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Im
Doppelpack unschlagbar von Marion Sondermeier aus WUFF
12/2001

Es
gibt nichts Schöneres für einen Hund als einen anderen Hund! Und auch
für den Menschen ist es eine große Bereicherung. Dennoch sollten einige Dinge
vorab geklärt sein. Kein Hund möchte gern alleine leben. Dafür ist er aber auch
nicht geschaffen. Blickt man auf seinen Ahnherrn Wolf, wird das auch deutlich.
Ein Rudel profitiert immer voneinander. Nach all den Jahren, in denen immer zwei
Hunde zugleich in unserer Familie gelebt haben, kann ich mit Sicherheit sagen,
dass die Zwei- oder auch Mehrhundehaltung für den Menschen eine Bereicherung ist,
und für die Hunde erst recht.
Ideales Sozialverhalten Hunde
im Rudel haben kaum Probleme mit ihrem Sozialverhalten. Wenn man beobachtet, wie
zwei Hunde miteinander umgehen, spielen, leben, raufen, rangeln, sich eben wie
Hunde benehmen, dann ist dieses "Hundespiel" ein wirklich schöner Anblick. Aber
auch wenn zwei Hunde nicht immer den Eindruck machen, sie würden sich heiß und
innig lieben, so profitieren sie trotzdem voneinander. Sie legen ihre Rangordnung
fest und leben in einer artgerechten Struktur. In der heutigen Zeit, in der die
Tierheime zusätzlich aufgrund von Gesetzen und Verordnungen überquellen, denkt
eventuell so mancher "Hundemensch" an die Anschaffung eines zweiten Hundes, vielleicht
auch eines dritten. Jedoch gibt es einiges vorher zu bedenken:
Wohnverhältnisse Beim
eigenen Häuschen - kein Problem. Bei einer Eigentumswohnung sollte man sich vorher
die Zustimmung der Miteigentümer sichern. Und bei einer Mietwohnung benötigt man
unbedingt die schriftliche Genehmigung der Hundehaltung vom Vermieter. Man tut
einem Hund keinen Gefallen, wenn man ihn später wieder abgeben muss, weil man
das versäumt hat. Da gilt auch nicht die Ausrede, "Das habe ich nicht gewusst."
Der "Das habe ich nicht gewusst" sitzt schon im Tierheim!
Zeit Für
die Eingewöhnungsphase brauchen Sie Zeit, denn ZEIT ist ein wichtiger Faktor.
Gründe die gegen einen Zweithund sprechen Haben Sie etwa
Erziehungsprobleme schon mit ihrem ersten Hund, so wird der zweite diese auf keinen
Fall lösen! Auch sollte "Zeit-Sparen-Wollen" kein Argument für die Anschaffung
eines zweiten Hundes sein. Nur weil sich zwei Hunde auch miteinander beschäftigen,
ist das kein Grund, dass der Halter sich nun grundsätzlich weniger mit seinen
Hunden beschäftigt.

Erste
Begegnung Kommt ein Welpe zu einem erwachsenen Hund, ändert sich die Rangordnung
zunächst einmal nicht. Dennoch kann es in den ersten Tagen trotzdem zu Zurechtweisungen
durch den Althund kommen. Irrtümlicherweise nehmen die meisten Menschen an, dass
jeder Welpe einen generellen Schutz genieße und sich alles beim erwachsenen Hund
erlauben könne. Wenn es nicht unbedingt sein muss, mischt man sich auch nicht
ein, denn der Welpe wird aus der Zurechtweisung lernen. Also, anfangs viel beobachten
und notfalls einfach BEIDE zur Ruhe mahnen. Bitte in solchen Phasen Geduld aufbringen
und daran denken: Der Mensch lernt mit!
Rangordnung beachten! Wird
der zweite Hund erwachsen, kann sich die Rollenverteilung ändern. Es kommt vor,
dass der ältere Hund seinen Rang an den Jüngeren abtritt. Man muss das sorgsam
beobachten und akzeptieren. Der Rudelchef - der Mensch! - sollte immer den Stärkeren
unterstützen. Leider wird dieses oft verkehrt gehandhabt, indem der Mensch den
"abgesetzten" älteren Hund tröstet und den Jüngeren in die Schranken weist. Das
aber bringt die ganze Rudelstruktur, das Sozialgefüge, durcheinander, bewirkt
Unsicherheit bei den Hunden und kann so zu Problemen führen. Also, akzeptieren
Sie, wie sich die Hunde arrangiert haben! Die menschliche Denkweise des Schutzes
des Schwächeren ist hier fehl am Platz.
Welche Rasse oder welches Geschlecht?
Diese Frage ist wohl am schwierigsten zu beantworten, da jede Zusammenstellung
individuell erfolgen sollte und es keine generellen Regeln für die Wahl der Rasse
oder des Geschlechtes gibt. Die oft aufgestellte Behauptung, dass man niemals
zwei gleichgeschlechtliche Hunde halten sollte, stimmt nicht, wie viele positive
Beispiele beweisen. Es gibt kein "Patentrezept", aber jeder Hundehalter kennt
seinen ersten Hund sehr gut und sollte mit etwas Fingerspitzengefühl die richtige
Wahl treffen können. Auch sollte er spüren können, ob er seinem - vielleicht kranken
- Althund noch einen sehr lebhaften Welpen zumuten darf.
Auf neutralem
Boden Entscheidet man sich für einen etwas älteren Tierheimhund, sollte
die erste Begegnung auf neutralem Boden stattfinden. Allerdings muss man trotzdem
vorbereitet sein, wenn beide Tiere dann das Terrain des ersten Hundes betreten,
vor allem, wenn dieser ein ausgeprägtes Territorialverhalten zeigt.

Doppelte
Kosten Tierarztkosten sind nun auch im Doppelpack: Impfungen, Wurmkuren,
sonstige Untersuchungen, unerwartete Erkrankungen oder Verletzungen. Eine eventuell
notwendige Kastration eines der beiden Hunde aus medizinischen Gründen oder auch
zur Vermeidung von unerwünschtem Nachwuchs kostet etwa 150 bis 250 Euro, je nach
Geschlecht oder auch Wohnort.
Hundesteuer und Versicherung Nicht
zu unterschätzen ist die "Strafsteuer", wobei der zweite und jeder weitere Hund
zumeist mehr kosten als der erste, je nach Gemeinde. Und besonders teuer kann
die so genannte "Kampfhundesteuer" werden, die z. B. in Deutschland um das Zehnfache
erhöht sein darf. Eine Haftpflichtversicherung sollte für jeden Hundehalter -
auch ohne gesetzliche Verpflichtung - selbstverständlich sein
Anschaffung
Wer einen zweiten Rassehund in die Familie aufnimmt, kennt bereits den
Preis. Auf den, der einem Tierheimhund oder auch einem alten Hund (www.graue-schnauzen.de)
ein Zuhause bieten möchte, kommen die meist geringen Tierheim-Gebühren zu. Gelegentlich
wird sogar die Hundesteuer für das erste Jahr oder länger erlassen, um eine Vermittlung
zu erleichtern. Trifft aber die Wahl in Deutschland auf einen der so genannten
"Listenhunde" ("Bully & Co."), so kommen je nach Bundesland noch die teilweise
recht hohen Kosten für das Chippen, den Wesenstest, einen guten Maulkorb, das
Führungszeugnis, den Hundeführerschein und die Erlaubnispflicht hinzu. Unter Umständen
muss sogar das Grundstück neu eingezäunt werden, um den gesetzlichen Auflagen
zu genügen. In Österreich hingegen gibt es vernünftigerweise noch keine Steuern,
die nach der Rassezugehörigkeit bemessen werden. Und für Hunde, die höher als
40 cm und/oder schwerer als 20 kg sind, gelten z.B. in NRW ähnlich restriktive
Maßnahmen wie für die "Listenhunde". Und dennoch - ein zweiter Hund! Bei der heutigen
Hundefeindlichkeit und dem durch die Medien aufgebauten "Feindbild Hund" ist der
Gedanke an einen zweiten Hund fast schon provokativ. Viele Leser werden jetzt
denken: Ich bin ja schon mit einem Hund den Feindseligkeiten ausgesetzt. Wie soll
es mir denn dann erst mit zwei Hunden ergehen? Nicht anders als mit einem! Wer
keine Hunde mag, dem ist es egal, ob er jemanden mit einem oder mit zwei Hunden
beschimpft. Wie Sie sich auch entscheiden, ich wünsche Ihnen mit Ihrem Hund oder
Ihren Hunden ein harmonisches Zusammenleben, auch mit Ihrer Umwelt.
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